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24, No. 4, 2012
Issue release date: August 2012
Schweiz Z Ganzheitsmed 2012;24:221–231
(DOI:10.1159/000341337)

Molekulare Stoffwechselsensorik bei durch Adipositas induzierter Entzündung

Eisenstecken E.a · Gostner J.M.b · Fuchs D.c · Überall F.b
aAllgemein öffentliches Bezirkskrankenhaus Kufstein, bSektion für Medizinische Biochemie, cSektion für Biologische Chemie, Centrum für Chemie und Biowissenschaften, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
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Abstract

Metabolische Dysfunktionen und damit einhergehende chronische Entzündungsprozesse gefährden die Aufrechterhaltung der regulären zellulären Signalweiterleitung und verursachen so persistierende Störungen der Stoffwechsel-und Immunhomöodynamik. Diese Erkrankungen werden durch chronische Stressstimuli wie hyperkalorische Ernährung oder Fehlernährung ausgelöst und manifestieren sich vorwiegend als metabolische Stoffwechselstörungen, die mit einem systemischen Entzündungsstatus (Metaflammation) assoziiert sind. Die Anzahl der Begleit-und Folgeerkrankungen solcher metabolischimmunologischer Dysfunktionen nimmt rapide zu, sodass man beinahe von einem pandemieartigen Auftreten sprechen kann. Die adipöse Metaflammation ist durch eine massive Verschiebung der Energiebilanz in den beteiligten Zellsystemen und durch die Modulation wichtiger immunologischer Prozesse gekennzeichnet. Bei metabolischen Entgleisungen sind sowohl Adipozyten als auch Makrophagen bedeutende zelluläre Sensoren und zugleich Effektoren, was auch durch die enge genetische und funktionelle Verknüpfung der beiden Zelltypen erklärt werden kann. Auch das Zentrale Nervensystem ist stark in die Kontrolle der metabolischen Homöostase eingebunden. Kommt es ernährungsbedingt zu einer krankhaften Zunahme des weissen, viszeralen Fettgewebes, tritt ausgelöst durch eine Störung der Adipozytokinfreisetzung und die erhöhte Zirkulation freier Fettsäuren eine vorerst milde Entzündungsreaktion auf. Gelingt es innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht, die metabolische Störung zu revidieren, werden vermehrt Immunzellen ins Fettgewebe rekrutiert. Eine chronische Fettgewebs


 Outline


 goto top of outline Zusammenfassung

Metabolische Dysfunktionen und damit einhergehende chronische Entzündungsprozesse gefährden die Aufrechterhaltung der regulären zellulären Signalweiterleitung und verursachen so persistierende Störungen der Stoffwechsel-und Immunhomöodynamik. Diese Erkrankungen werden durch chronische Stressstimuli wie hyperkalorische Ernährung oder Fehlernährung ausgelöst und manifestieren sich vorwiegend als metabolische Stoffwechselstörungen, die mit einem systemischen Entzündungsstatus (Metaflammation) assoziiert sind. Die Anzahl der Begleit-und Folgeerkrankungen solcher metabolischimmunologischer Dysfunktionen nimmt rapide zu, sodass man beinahe von einem pandemieartigen Auftreten sprechen kann. Die adipöse Metaflammation ist durch eine massive Verschiebung der Energiebilanz in den beteiligten Zellsystemen und durch die Modulation wichtiger immunologischer Prozesse gekennzeichnet. Bei metabolischen Entgleisungen sind sowohl Adipozyten als auch Makrophagen bedeutende zelluläre Sensoren und zugleich Effektoren, was auch durch die enge genetische und funktionelle Verknüpfung der beiden Zelltypen erklärt werden kann. Auch das Zentrale Nervensystem ist stark in die Kontrolle der metabolischen Homöostase eingebunden. Kommt es ernährungsbedingt zu einer krankhaften Zunahme des weissen, viszeralen Fettgewebes, tritt ausgelöst durch eine Störung der Adipozytokinfreisetzung und die erhöhte Zirkulation freier Fettsäuren eine vorerst milde Entzündungsreaktion auf. Gelingt es innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht, die metabolische Störung zu revidieren, werden vermehrt Immunzellen ins Fettgewebe rekrutiert. Eine chronische Fettgewebs

Copyright © 2012 S. Karger AG, Basel


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Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Florian Überall, PhD
Nutritional Biochemistry and Nutrigenomics, Division of Medical Biochemistry
Centrum für Chemie und Biowissenschaften, Medizinische Universität Innsbruck
Innrain 80–82, 6020 Innsbruck, Österreich
Tel. +43 512 9003-70120, Fax -73130
florian.ueberall@i-med.ac.at


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Online publiziert: Juli 12, 2012
Number of Print Pages : 11


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Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin / Swiss Journal of Integrative Medicine

Vol. 24, No. 4, Year 2012 (Cover Date: August 2012)

Journal Editor: Saller R. (Zürich), Rist L. (Richterswil)
ISSN: 1015-0684 (Print), eISSN: 1663-7607 (Online)

For additional information: http://www.karger.com/SZG


Copyright / Drug Dosage / Disclaimer

Copyright: All rights reserved. No part of this publication may be translated into other languages, reproduced or utilized in any form or by any means, electronic or mechanical, including photocopying, recording, microcopying, or by any information storage and retrieval system, without permission in writing from the publisher or, in the case of photocopying, direct payment of a specified fee to the Copyright Clearance Center.
Drug Dosage: The authors and the publisher have exerted every effort to ensure that drug selection and dosage set forth in this text are in accord with current recommendations and practice at the time of publication. However, in view of ongoing research, changes in goverment regulations, and the constant flow of information relating to drug therapy and drug reactions, the reader is urged to check the package insert for each drug for any changes in indications and dosage and for added warnings and precautions. This is particularly important when the recommended agent is a new and/or infrequently employed drug.
Disclaimer: The statements, opinions and data contained in this publication are solely those of the individual authors and contributors and not of the publishers and the editor(s). The appearance of advertisements or/and product references in the publication is not a warranty, endorsement, or approval of the products or services advertised or of their effectiveness, quality or safety. The publisher and the editor(s) disclaim responsibility for any injury to persons or property resulting from any ideas, methods, instructions or products referred to in the content or advertisements.

Abstract

Metabolische Dysfunktionen und damit einhergehende chronische Entzündungsprozesse gefährden die Aufrechterhaltung der regulären zellulären Signalweiterleitung und verursachen so persistierende Störungen der Stoffwechsel-und Immunhomöodynamik. Diese Erkrankungen werden durch chronische Stressstimuli wie hyperkalorische Ernährung oder Fehlernährung ausgelöst und manifestieren sich vorwiegend als metabolische Stoffwechselstörungen, die mit einem systemischen Entzündungsstatus (Metaflammation) assoziiert sind. Die Anzahl der Begleit-und Folgeerkrankungen solcher metabolischimmunologischer Dysfunktionen nimmt rapide zu, sodass man beinahe von einem pandemieartigen Auftreten sprechen kann. Die adipöse Metaflammation ist durch eine massive Verschiebung der Energiebilanz in den beteiligten Zellsystemen und durch die Modulation wichtiger immunologischer Prozesse gekennzeichnet. Bei metabolischen Entgleisungen sind sowohl Adipozyten als auch Makrophagen bedeutende zelluläre Sensoren und zugleich Effektoren, was auch durch die enge genetische und funktionelle Verknüpfung der beiden Zelltypen erklärt werden kann. Auch das Zentrale Nervensystem ist stark in die Kontrolle der metabolischen Homöostase eingebunden. Kommt es ernährungsbedingt zu einer krankhaften Zunahme des weissen, viszeralen Fettgewebes, tritt ausgelöst durch eine Störung der Adipozytokinfreisetzung und die erhöhte Zirkulation freier Fettsäuren eine vorerst milde Entzündungsreaktion auf. Gelingt es innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht, die metabolische Störung zu revidieren, werden vermehrt Immunzellen ins Fettgewebe rekrutiert. Eine chronische Fettgewebs



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Vol. 24, No. 4, Year 2012 (Cover Date: August 2012)

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