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Karger Kompass Dermatologie

Spektrum Dermatologie – wissenswert, kompakt, anregend


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Links: Gesunde Haut; rechts: Sowohl die Schicht ­lebender (blau) als auch toter (grün) Hautzellen ist bei Patienten mit Ichthyose stark verdickt (mikrokopische Aufnahme, 20 ×, Immunfluoreszenzfärbung mit einem Anti­körper spezifisch gegen Filaggrin (grün) sowie Zellkernfärbung (blau)). ©AJHG/J. Fischer.


Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Freiburg
Genfehler verursachen Schuppen-Hautkrankheit

Extrem trockene, schuppige und stark verhornte Haut: das sind die typischen Merkmale von Ichthyosen. Diese heterogene Gruppe der Verhornungsstörungen gehört zu den seltenen Erbkrankheiten. Für einzelne Formen der Ichthyosen konnten bereits ursächliche Gendefekte identifiziert werden. Nun hat das Forscherteam um Prof. Dr. Dr. Judith Fischer, Ärztliche Direktorin des Instituts für Humangenetik des Universitätsklinikums Freiburg, ein neues Gen identifiziert, dessen Verlust eine Ichthyose verursacht [1]. Dass die Genveränderung tatsächlich für die Krankheit verantwortlich ist, wiesen sie anhand eines im Labor gezüchteten dreidimensionalen Hautstücks nach, dessen Zellen genetisch verändert waren. Das durch Zellkultur produzierte Gewebe zeigte vergleichbare Eigenschaften wie die Haut von Patienten mit Ichthyose.
Die Genfehler fanden die Forscher mit Hilfe des sogenannten Whole Exome Sequencing. Dabei wird das gesamte proteinkodierende Erbgut auf ungewöhnliche Auffälligkeiten überprüft. Die so entdeckten Mutationen befanden sich im Gen SULT2B1, das am Cholesterin-Stoffwechsel beteiligt und für die korrekte Funktion der Haut unerlässlich ist. Durch die Genveränderung kommt es zu einem Funktionsverlust von SULT2B1.
Die Erkenntnisse geben wichtige Einblicke in die Entstehung gesunder Haut und könnten als Grundlage für neue Therapieansätze bei Ichthyosen dienen.

Literatur
Heinz L, Kim GJ, Marrakchi S, et al.: Mutations in SULT2B1 Cause Autosomal-Recessive Congenital Ichthyosis in Humans. Am J Hum Genet 2017;1:926–939.


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www.uniklinik-freiburg.de



Universität des Saarlandes
Papillomviren fördern Hautkrebs-Entstehung

Bei gesunden Menschen dämmen bestimmte Moleküle die schädliche Wirkung von UV-Licht auf die Haut ein. Zudem verhindert hauteigene microRNA die übermäßige Vermehrung von Stammzellen. Virologen der Universität des Saarlandes fanden heraus, dass Papillomviren in den befallenen Hautpartien diesen Schutzmechanismus unterbrechen können [1]. Hierfür reichte in ihren Experimenten mit organoty­pischen Hautkulturen ein einziges virales Protein aus. Es störte die «Bremswirkung» der microRNA und führte dazu, dass sich Hautzellen mit Stammzellcharakter besser vermehren können. Viele Tumorarten haben ihren Ursprung in Stammzellen, die sich dann – wie im Falle des Hautkrebses durch zu viel UV-Licht – in Tumore verändern können.
Beobachten konnten die Wissenschaftler diese Ereigniskette an Patienten, die an der seltenen Erkrankung Epidermodysplasia verruciformis leiden. Menschen, die diesen Gendefekt tragen, sind an den betroffenen Hautpartien sehr anfällig für bestimmte Haut-Papillomviren und erkranken infolgedessen vermehrt an Hautkrebs. Die saarländischen Forscher arbeiteten mit Gewebeproben der Erkrankten und konnten an diesen den unterbrochenen Wirkmechanismus nachweisen.

Literatur
Marthaler AM, Podgorska M, Feld P, et al.: Identification of C/EBPα as a novel target of the HPV8 E6 protein regulating miR-203 in human keratinocytes. PLoS Pathog 2017;13:e1006406.


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www.idw-online.de



Statistisches Bundesamt
Stationäre Behandlungen von Hautkrebs nehmen zu

Die Zahl der Hautkrebsbehandlungen im Krankenhaus ist zwischen 2010 und 2015 um 17,1% gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2015 insgesamt 100 400 Patienten mit dieser Erkrankung stationär versorgt. Da bei war bei Männern eine Krankenhausbehandlung häufiger notwendig als bei Frauen (57% vs 43%). Knapp ein Viertel der stationär Behandelten hatten ein bösartiges Melanom, die übrigen gut drei Viertel der stationären Patienten wurden aufgrund von Basalzellkarzinomen und Stachelzellkarzinomen behandelt. Die Verteilung des «schwarzen» Hautkrebses auf die betroffenen Körperregionen unterschied sich zwischen den Geschlechtern: Bei Männern war vor allem der Körperrumpf betroffen, bei Frauen vor allem die unteren Extremitäten sowie die Hüfte. Vom «hellen» Hautkrebs sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern besonders Körperregionen betroffen, die verstärkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie z.B. spezifische Teile des Gesichts, der Kopfhaut, des Halses und der Ohren.
Operative Eingriffe bei den Hautkrebspatienten umfassten in erster Linie das aus­gedehnte Entfernen des erkrankten Haut- und Tumorgewebes (74 200 Maßnahmen), Trans­plantationen in Form eines Hautlappenersatzes an der Haut und Unterhaut (56 300 Maßnahmen) sowie eine vorübergehende Weichteildeckung (29 100 Maßnahmen). Im Schnitt dauerte der Krankenhausaufenthalt der Betroffenen 4,7 Tage.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden im Krankenhaus sehr selten wegen Hautkrebs behandelt, gut drei Viertel der Patienten waren 65 Jahre und älter. Als Hauptursache für die Entstehung von Hautkrebs gelten zu viel UV-Licht der Sonne und eine erbliche Veranlagung.


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www.destatis.de



Allergieinformationsdienst
Antikörper zeigt vielversprechende Ergebnisse bei Neurodermitis

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Dupilumab könnte die Behandlungsmöglichkeiten schwererer Verlaufsformen der Neurodermitis künftig verbessern. Der Antikörper zeigte in klinischen Studien seine Wirksamkeit gegen Ekzeme und Juckreiz, bei gleichzeitig gutem Verträglichkeitsprofil. Das Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichte kürzlich eine Metaana­lyse, die Daten aus insgesamt 7 klinischen Studien zu Dupilumab zusammenfasst und auswertet [1]. Die Analyse ergab, dass Dupilumab in den bewerteten Studien zu bedeutsamen Besserungen der Neurodermitis-S­ymptome führte. Auf Grundlage der positiven Studienergebnisse wurde Dupilumab im März 2017 von der Food and Drug Administration (FDA) in den USA zugelassen. Es kommt zum Einsatz bei der Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, deren Erkrankung sich mit verschreibungspflichtigen topischen Medikamenten nicht ausreichend unter Kontrolle bringen lässt. Dabei kann Dupilumab ohne oder auch in Kombination mit topischen Glukokortikoiden angewendet werden. Das Antikörper-Präparat wird in Abständen von zwei Wochen als Injektion unter die Haut verabreicht. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob sich die gu­ten Ergebnisse auch langfristig bestätigen lassen.

Literatur
Han, Y, Chen Y, Liu X, et al.: Efficacy and safety of dupilumab for the treatment of adult atopic dermatitis: A meta-analysis of randomized clinical trials. J Allergy Clin Immunol 2017;pii:S0091-6749(17)30687-5.


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www.allergieinformationsdienst.de



Helmholtz Zentrum München
Darmflora ist entscheidend für die Verhinderung von Allergien

Schätzungen zufolge leidet in Europa knapp jeder dritte Mensch an einer oder mehreren allergischen Erkrankungen. Da die zugrunde liegenden Mechanismen nach wie vor nur oberflächlich verstanden sind, können aktuelle Therapieformen lediglich die Symptome lindern. Aufzuklären, wie allergische Reaktionen überhaupt zustande kommen, ist das Ziel des von der EU geförderten Projektes ­ALLERGUT. Wie der Name vermuten lässt, findet dabei die Suche nach den Allergieursachen vornehmlich im Darm (englisch: gut) statt. Projektleiter Dr. Caspar Ohnmacht und sein Team nehmen vor allem das Wechselspiel zwischen Darmflora und Immunsystem in den Fokus. «Zentrales Element in unseren Untersuchungen wird das Protein RORγt sein», erklärt der Leiter der Arbeitsgruppe «Mukosale Immunologie» am Zentrum Allergie und Umwelt des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München. Ohnmacht beschäftigt sich seit Jahren mit Entzündungsprozessen, die im Verdauungssystem ihren Ursprung haben.


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Die Mikrobiota im Darm (hier eine histologische Färbung eines Darm-Querschnitts) beeinflusst maßgeblich das Immunsystem des Wirts. Foto: Dr. Caspar Ohnmacht, ZAUM.


RAR-related orphan receptor gamma (RORγt) ist ein Transkriptionsfaktor, der im Zellkern Einfluss auf die Expression von Genen nehmen kann. Ohnmacht und sein Team konnten bereits zeigen, dass die Besiedelung des Darms mit Bakterien die Immunzellen stimuliert, RORγt herzustellen. In der Folge entwickelte sich eine immunologische Toleranz. Damit wird die Eigenschaft des Immunsystems bezeichnet, eigene und harmlose Fremdstrukturen wie Darmbakterien oder Allergene von Krankheitserregern zu unterscheiden und ihre Anwesenheit zu tolerieren. RORγt wirkt speziell in den sogenannten regulatorischen T-Zellen (Tregs) im Darm, die das Immunsystem bremsen und damit überschießende Immunreaktionen vermeiden.
In den kommenden 5 Jahren wollen die Wissenschaftler klären, welchen Einfluss RORγt auf die Entstehung von Allergieauslösenden Immunzellen in der Darmschleimhaut und anderen Oberflächenorganen hat. Vor allem interessiert sie die von den Tregs vermittelte Toleranz.
«Zudem wird uns die Frage beschäftigen, welche Signalwege in den dendritischen Zellen – das sind Zellen, die ständig ihre Umgebung überwachen – die Etablierung dieser Art der Toleranz regulieren», erläutert Ohnmacht die Pläne. Drittens möchten die Helmholtz-Forscher untersuchen, ob es bestimmte Bakterien- oder Stoffwechselgruppen gibt, die eine allergische Prädisposition begünstigen. «Sollte uns das gelingen, wäre das ein großer Schritt für das Verständnis, wieso Allergien und andere, durch mangelnde Toleranz ausgelöste chronisch-entzündliche Erkrankungen, überhaupt entstehen. Das könnte in Zukunft neue präventive Maßnahmen und auch die Entwicklung neuer Therapiekonzepte ermöglichen.»


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www.helmholtz-muenchen.de



Friedrich-Schiller-Universität Jena
Aktive Wundauflagen für chronische Wunden

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Auf Basis solcher Nanozellulose sollen im neuen Forschungsprojekt aktive Wundauflagen entwickelt werden, um chronisch-entzündliche Wunden effektiver behandeln zu können. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU.

Der Interdisziplinäre Forschungsverbund «InflammAging» will neue Therapieansätze zur Behandlung von chronischen Wunden – vor allem bei älteren Menschen – entwickeln. Dazu setzt das Team aus Pharmazeuten, Ernährungswissenschaftlern und Medizinern der Universität Jena auf die Kombination von Naturstoffen und deren Derivate mit bakterieller Nanocellulose, ein innovatives und natürliches Trägermaterial. Auf Basis des biotechnologisch gewonnenen Trägermaterials sollen aktive Wundauflagen entwickelt werden, um chronisch-entzündliche Wunden effektiver behandeln zu können.


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www.pharmazie.uni-jena.de



Arzt-Arzt-Kommunikation
«Frauen reden anders, Männer auch. Gut zu wissen.»

Dr. Gerlinde Kempendorff-Hoene liegt das Thema Kommunikation sehr am Herzen. Aus diesem Engagement heraus gründete sie 2012 das «Kempendorff Privatinstitut für Kommunikation und Kultur» (KIKK). Als Coach für Sprechkultur und Auftrittskompetenz ist sie seit 2012 unterwegs und das gibt ihr regelmäßig die Möglichkeit, in verschiedene Fachgebiete hineinzuschnuppern – unter anderem auch in die Medizin.

Sie empfehlen für den zwischenärztlichen Kontakt das 5-Säulen-System der Rhetorik. Was ist das Besondere diesem System?
Das 5-Säulen-System der Rhetorik von Christian Rangenau ordnet einfach mal alles, was – übrigens fachübergreifend – zur gelingenden Kommunikation gehört, in ein übersichtliches System. Daraus ergibt sich für den Laien erst einmal das Verständnis dafür, worauf geachtet werden muss und was gearbeitet, geübt und damit auch geändert werden kann. Vielen Menschen ist nicht klar, dass die Rhetorik ein eigenes Fachgebiet ist. Damit lässt sich ins Bewusstsein rücken, dass man durchaus eine «berufliche» und eine «private» Sprache pflegen kann, wobei in der ersteren gegenseitiger Respekt, Wertschätzung und Sachlichkeit immer im Vordergrund stehen müssen.

Auf welche geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kommunikation sollte man gerade im medizinischen Arbeitsalltag achten?
Die Sprache ist immer im Wandel, und mit der Gleichstellung von Mann und Frau in der Sprache geschieht gerade eine größere Veränderung, als mancher vertragen kann. Dazu kommen auch Übertreibungen, die Sachverhalte verwässern. Ich finde es angenehm, wenn man z.B. in Vorträgen oder Veröffentlichungen Gattungs- und Genusbegriff klar trennt und das im Vorfeld deutlich macht. Der Gattungsbegriff ist «Mensch», der Genusbegriff weiblich, männlich oder sächlich, d.h. wenn ich sage: «Der Mensch hat unterschiedliche Arten zu kommunizieren», muss ich nicht hinzufügen «die Menschin», denn der Begriff Mensch beinhaltet alle Geschlechter. Wenn ich aber sage: «Chefarzt Bettina Müller», sollte sich jeder daran gewöhnen, den weiblichen Begriff «Chefärztin» zu benutzen. Auch die – leider immer noch gängige – Anrede von PatientInnen mit «Was haben wir denn?» sollte langsam mal unterlassen werden. Ich antworte dann immer: «Was Sie haben, weiß ich nicht, aber ich habe …».

Welche Kommunikationstipps geben Sie Ärztinnen, die am Beginn ihrer Karriere stehen, mit auf den Weg?
Kleine Geschichten aus dem Arbeitsalltag machen das sehr deutlich.

  • Eine junge Assistenzärztin war bei mir im Training, weil sie sich über ihren Chef geärgert hatte oder viel mehr über sich und ihre Hilflosigkeit. Während der Visite begegnete der Ärzteschar auf dem Gang eine ältere Patientin, die offensichtlich Hilfe benötigte, und der Chefarzt sagte zu der Patientin, mit einem Kopfnicken zur Assistenzärztin deutend: «Die Anne bringt sie mal auf das Zimmer!» Damit war den anderen KollegInnen klar, dass er sie nicht als Kollegin wahrnimmt und der Patientin wurde vermittelt, dass sie eine Schwester sein muss. Und: Sie hat sich nicht getraut, dem Chef freundlich aber bestimmt die­sen Fauxpas aufzuzeigen, den er wahrscheinlich gar nicht gemerkt hatte. Viele, gerade junge MedizinerInnen haben im immer noch sehr hierarchischen Denken (auch von PatientInnenseite) Akzeptanzschwierigkeiten. Das muss sich ändern. Dazu brauchen sie rhetorisches Geschick, das man erlernen kann.
  • Eine junge Augenchirurgin erzählte mir, dass oft PatientInnen zu ihr sagen: «Wann kommt denn nun der Doktor?!». Sie war dann immer ärgerlich und wir haben erarbeitet, dass sie von nun an lächelnd sagt: «Der bin ich, und was Besseres kann ihnen nicht passieren.»
Gerade Frauen haben oft das Problem, sich emotional angegriffen zu fühlen, wo ihnen eigentlich nur nachlässiges und/oder altmodisches Denken entgegentritt. Das kann man sich abtrainieren, damit die eigene Zufriedenheit wächst und Job und Karriere gedeihen können.

Frau Dr. Kempendorff-Hoene, vielen Dank für dieses Gespräch!


Weiterführende Literatur
Kempendorff-Hoene G: Lehrer und Kabarettisten, ed 1. Berlin, Lehmanns Media, 2010.


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Kontaktadresse: Dr. phil. Gerlinde Kempendorff-Hoene, Büro Kempendorff, Leibnizstraße 35, 10625 Berlin, Deutschland, www.sprechkultur-kikk.de.



Spektrum Dermatologie – wissenswert, kompakt, anregend


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Leibniz-Institut für Photonische Technologien e.V.
Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose

Eine kompakte, faseroptische Sonde gibt Einblick in die molekulare Struktur von biologischem Gewebe – schnell und ohne spezielle Färbetechniken. Ein wissenschaftliches Team des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena und der Friedrich-Schiller-Universität Jena erforschte und entwickelte in Zusammenarbeit mit der Firma Grintech die neue Fasersonde, welche mehrere nicht-lineare Bildgebungsverfahren zur Gewebeanalyse nutzt [1]. Im Unterschied zu herkömmlichen sphärischen Linsen fokussieren sie das Laserlicht mittels kontinuierlicher Änderungen im Brechungsindex des Linsenmaterials. Dem Team aus Wissenschaft und Wirtschaft gelang es, Linsen mit nur 1,8 Millimeter Durch­messer in die Fasersonde zu integrieren. «Bei dem dargestellten Multimodalbild handelt es sich um drei überlagerte Einzelbilder von gesundem, menschlichem Hautgewebe», erläutert Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor am Leibniz-IPHT und Leiter des Forschungsprojekts. Die Abbildung zeigt einen Gewebereich von ca. 500 × 500 μm. Die Einzelbilder stellen jeweils eine nichtlineare spektroskopische Modalität dar, sie wurden in ca. 90 s parallel an einem Laser-Scanning-Mikroskop aufgenommen. Der rote Bereich gibt Aufschluss über die molekulare Fett- und Proteinzusammensetzung im Gewebe, der blaue Bereich hebt das Vorhandensein von extrazellulärem Stützgewebe wie Kollagen vor. Die «grüne» Modalität zeigt zumeist morphologische Eigenschaften des Gewebes, insbesondere NADPH, Porphyrine, Kollagene und Elastine. Alle drei Modalitäten zusammen resultieren in einer detaillierten Strukturaufklärung inklusive chemischer Zusammensetzung des untersuchten Gewebes. Noch befindet sich das Bildgebungsverfahren in der technischen Entwicklung. Diese spektroskopische Untersuchung des Hautgewebes diente lediglich zur Überprüfung der Funktionalität, sodass ein qualitativer Vergleich zu bereits vorhandenen und etablierten bildgebenden Methoden gezogen werden kann. Erst im nächsten Schritt wird die Sonde für echte Gewebeanalysen eingesetzt, um z.B. Hautkrebs zu erkennen oder Hohlorgane wie Blase oder Darm zu untersuchen. Ein kompaktes Endoskop, das die neuen Bildgebungstechniken nutzt, könnte zukünftig die aufwendige Entnahme und Diagnostiken von Gewebeproben ersetzten.

Literatur
Lukic A, Dochow S, Bae H, et al.: Endoscopic fiber probe for nonlinear spectroscopic imaging. Optica 2017;4:496–501.


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www.leibniz-ipht.de



Charité Berlin
Erfolgreiche Behandlung der induzierten Nesselsucht mit Omalizumab

Bei der Kälteurtikaria und der Urticaria factitia, zwei unterschiedlichen Formen der Nesselsucht, rufen bestimmte physikalische Reize wie Kälte oder Reibung stark juckende Quaddeln auf der Haut der Patienten hervor. Dadurch sind die Betroffenen in ihrer Lebensqualität oft eingeschränkt, sie müssen ihr Sozialleben und ihre Berufswahl der Erkrankung anpassen.

In zwei Investigator-initiierten, multizentrischen, randomisierten und Placebo-kontrollierten Studien behandelten Wissenschaftler der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie 61 Patienten mit Urticaria factitia und 31 Patienten mit Kälteurtikaria über einen Zeitraum von drei Monaten mit dem monoklonalen Antikörper Omalizumab [1]. Um die Effektivität der Behandlung zu überprüfen, wurde bei allen Studienteilnehmern der individuelle Schwel­lenwert zur Auslösung der Krankheitssymptome mithilfe objektiver Mess­verfahren bestimmt: zunächst vor Gabe der Medikation, dann alle vier Wochen nach Erhalt der ersten zwei und zwei Wochen nach der letzten Gabe. Im Ergebnis zeigte sich für beide Krankheitsbilder, dass Omalizumab zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führte. Knapp die Hälfte der Patienten mit Kälteurtikaria und Urticaria factitia waren nach der Behandlung sogar vollständig vor dem Auftreten der Beschwerden geschützt – auch nach Kontakt mit den entsprechenden Reizen.

Literatur
Metz M, Schütz A, Weller K, et al.: Omalizumab is effective in cold urticaria – results of a randomized, placebo-controlled trial. J Allergy Clin Immunol 2017;4:S0091–6749.


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www.charite.de



European Society of Tattoo and Pigment Research
Allergien durch Tattoos – eine dermatologische Herausforderung

Ende März fand die 3. Jahrestagung der European Society of Tattoo an Pigment Research (ESTP) in Regensburg statt. Das Programm bot Tätowierern, Wissenschaftlern und Medizinern eine Plattform zum Austausch. Karger Kompass Dermatologie hat diese Gelegenheit genutzt, um den Kongresspräsidenten Prof. Wolfgang Bäumler (Regensburg) zum Dialog dieser so verschiedenen Interessensgruppen zu befragen.

Wie lautet Ihr Fazit als Kongresspräsident?
Die Tagung fand in diesem Jahr bereits zum 3. Mal statt. Wie schon bei den vorherigen Tagungen hat es mich wieder fasziniert, wie viele unterschiedliche Disziplinen daran beteiligt waren: Tattookünstler, Großhändler von Tattoofarben, Wissenschaftler, Mediziner und Vertreter von Regulierungsbehörden haben teilweise sehr heftig aber konstruktiv miteinander diskutiert. Insgesamt kamen rund 150 Teilnehmer. Die ESTP ist die einzige Gesellschaft dieser Art weltweit.

Welche Relevanz hat das Thema Tätowierung in unserer Gesellschaft?
Die Folgen von Tätowierung sind ein gesellschaftliches Problem: Laut Bericht der EU sind ca. 12% der erwachsenen Europäer tätowiert. Damit sind 60 Millionen Menschen in der EU potenziell von den negativen Folgen einer Tätowierung betroffen. Zum Vergleich: In den USA liegt die Zahl der Tätowierten bei etwa 29%.

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Was sind häufige gesundheitliche Folgen einer Tätowierung, mit denen der Dermatologe konfrontiert wird?
Neben den bakteriellen Infektionen infolge einer mangelhaften Hygiene beim Stechen selbst und bei der Nachsorge sind vor allem die allergischen Reaktionen auf das Tattoo eine medizinische Herausforderung. Denn das Allergen befindet sich ja direkt in der Haut. Meist bringt der Tätowierte keine Angaben zu den Inhaltsstoffen der Tattoofarben mit. Es kann sich dabei um einen Injektionscocktail von bis zu 100 verschiedenen Inhaltsstoffen handeln, der nicht selten ohne regulierende Vorgaben hergestellt wurde. Eine Chargennummer oder genaue Inhaltsangaben sucht man meist vergeblich. Das Restrisiko trägt also immer der Tätowierte selbst.

Bisher ist es nicht gelungen, eine verbindliche Regelung für die Zusammensetzung von Tattoofarben in der EU einzuführen. Woran scheitert es?
In einzelnen Ländern wie Deutschland, Dänemark, Schweden oder in den Niederlanden gibt es jeweils eine nationale Tätowiermittelverordnung. Sie betrifft die Tätowier- und Pigmentierfarben und regelt unter anderem die Mitteilungspflichten der Hersteller, die Kennzeichnung sowie verbotene Inhaltsstoffe. Aber es fehlen europaweit gültige Mindeststandards, die die Zusammensetzung der Farben definieren und als solche auch für den Tattookünstler und den Tätowierten erkennbar sind. Eine Positivliste für «unbedenkliche» Farbstoffe wäre sehr hilfreich für die Verbraucher. Hierzu fehlt es aber an epidemiologischen Daten zu den Folgeerkrankungen von Tätowierungen, idealerweise in Form eines nationalen oder sogar internationalen Registers.

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Wer könnte ein solches Register aufbauen?
Ideal wäre es, das Wissen auch hierzulande in «Tattoo-Kliniken» zu bündeln, wie es sie schon in Dänemark und Holland gibt. Der niedergelassene Dermatologe könnte seine Fälle zur weiteren Abklärung dorthin überweisen oder Gewebeproben einsenden. Die Gewebeproben könnten zentral analysiert werden und somit eine Datenbasis geschaffen werden, um die Auslöser dieser Hautreaktionen zu identifizieren. Die Spezialisten könnten dem Patienten in Zukunft schneller helfen und zudem die epidemiologischen Daten zusammenführen. Diese Daten könnten auch helfen, gewisse Substanzen oder ganze Farbmischungen zu bannen.

Herr Professor Bäumler, vielen Dank für dieses Gespräch!

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Weiterführende Informationen zum Thema
Serup J, Bäumler W (eds): Diagnosis and Therapy of Tatoo Complications. Basel, Kager, 2017.
European Society on Tattoo and Pigment research: www.estpresearch.org
Europäische Kommission: Europäisches Frühwarnsystem zu gefährlichen Non-Food-Produkten «Rapid Alert System for dangerous non-food products» (RAPEX) – www.bmel.de
Gesunde Ernährung, sichere Lebensmittel → sichere Produkte und Gesundheit → chemische Stoffe und Produktsicherheit → Tätowiermittel: Verbotene Inhaltsstoffe – www.safer-tattoo.de



Europäische Arzneimittelbehörde (EMA)
Das Votum der Patienten wird gehört

Die Europäischen Arzneimittelbehörte (EMA) wird künftig Patienten regelmäßig in Beratungsprozesse vor einer Zulassungsentscheidung einbeziehen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel zog jetzt positive Bilanz aus einem Pilotprojekt zur Patientenbeteiligung. Im Zeitraum September 2014 bis Dezember 2016 nahmen Patienten an einigen spezifischen mündlichen Beratungen zu sechs Wirkstoffen teil, um ihre Sicht auf Nutzen und Risiken einzubringen. In dem Projekt stand unter anderem Afamelanotid zu Diskussion, ein Wirkstoff in einem Implantat zur Behandlung von erythropoetischer Protoporphyrie. Im Rahmen des Pilotprojekts hatte das Gremium jeweils mindestens zwei Patienten oder Angehörige eingeladen, die über persönliche Erfahrung zur betreffenden Indikation verfügten. Dazu wurden geeignete Patientenverbände im Netzwerk der EMA angesprochen sowie europäische und nationale Organisationen und interessierte Einzelpersonen. Um den Anzahl der beteiligten Patienten künftig zu steigern, will die EMA künftig auch eine Teilnahme per Telekonferenz oder schriftlicher Konsultation anbieten.


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www.ema.europa.eu



Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie
Argumentationshilfe für Off-Label-Use

Etwa 10–15% der Dermatika werden für Indikationen verordnet, für die sie nicht zugelassen sind. Dies gilt insbesondere für seltene dermatologische Erkrankungen, die Behandlung von Kindern sowie besondere Therapiesituationen. Hier bietet Soluderm eine Entscheidungshilfe – eine Wissensdatenbank zur sachgerechten Verordnung von dermatologischen Medikamenten im Off-Label-Use. Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie, in Kooperation mit dem Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation und dem Hautärzte- und Laserzentrum Landau. In einem ständig wachsenden Melderegister können Fälle von Off-Label-Verordnungen dokumentiert werden. Neben medizinisch interessanten Verläufen zählt hierzu auch jeder durch eine gesetzliche Krankenkasse oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) beanstandete Fall von Off-Label-Verordnungen. Für diese Fälle stehen Argumentationshilfen und Referenzen zur sachgerechten Verordnung von Medikamenten im Off-Label-Use zum Herunterladen zur Verfügung.


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www.soluderm.de



Berufsverband der Deutschen Dermatologen
Kampagne «Bitte berühren – gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte»

Die bundesweite Kampagne «Bitte berühren – gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte» macht darauf aufmerksam, dass Betroffene körperlich und zugleich seelisch an dieser chronischen Hauterkrankung leiden. Aufgrund ihrer sichtbar entzündeten Hautstellen plagen Menschen mit Schuppenflechte immer wieder Ängste, und oft leidet auch ihr Selbstvertrauen. Sie ziehen sich deshalb zurück und erfahren weniger zwischenmenschliche Nähe und Körperkontakt als Hautgesunde. Die Kampagne stellt in den Fokus, wie Betroffene ihre Lebensqualität verbessern und Berührungen wieder genießen können. Die Kampagne wurde 2016 von der Initiative «Gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte» vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) ins Leben gerufen. Nun wurde der Dienst um einen kostenlosen Online-Expertenrat erweitert. Die Fragen der Betroffenen und die Antworten der Experten werden dabei – auf Wunsch anonymisiert – auf der Website veröffentlicht, sodass möglichst viele von der Online-Beratung profitieren können.


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www.bitteberuehren.de



Helmholtz Zentrum München
Orientierungshilfe zu Allergien

Das Helmholtz Zentrum München hat ein onlinebasiertes Informationsportal rund um das Thema Allergien freigeschaltet. Es informiert über Krankheitsbilder, Allergene, Diagnose und Therapie. Weitere Rubriken bieten aktuelle Nachrichten, beleuchten relevante Forschungsdisziplinen und verlinken zu Fachverbänden und Patientenorganisationen. Prof. Dr. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, erläutert: «Trotz des drastischen Anstiegs allergischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten ist deren Erforschung bislang nur unzureichend vorangekommen. Das Helmholtz Zentrum München hat zusammen mit seinen Partnern ein Allergieforschungsprogramm entwickelt und wird dessen Umsetzung in den nächsten Jahren voranbringen.» Ziel ist es, mit dem Allergieinformationsdienst das Wissen aktuell, unabhängig und direkt aus der Wissenschaft an die Betroffenen weiterzugeben.


Allergieinformationsdienst_online

www.allergieinformationsdienst.de



Internationaler Hautschutztag
Bewusstsein für Prävention stärken

Anfang Mai fand der Internationale Hautschutztag auf Einladung der Deb-Stoko GmbH in Neuss statt. Vor einem internationalen Auditorium widmeten sich die Referenten in ihren Fachbeiträgen unter anderem der Frage, wie man Hautschutzmaßnahmen in Betrieben erfolgreich verankert und welche Konsequenzen sich aus Berufskrankheit 5103 (Plattenepithelkarzinom) für den betrieblichen UV-Schutz ergeben sowie den rechtlich-regulatorischen Herausforderungen, denen sich die Hersteller von Hautschutzprodukten gegenübersehen.

Prof. Swen Malte John, Chefarzt des Instituts für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück, skizzierte den betrieblichen Hautschutz aus europäischer Perspektive. Durch die konsequente Umsetzung von Therapiemaßnahmen sei es gelungen, viele Menschen, die von der Berufsunfähigkeit bedroht waren, in ihren Tätigkeiten zu halten. Trotzdem müsse konsequent weiter in die Aufklärung und die Prävention investiert werden. Denn der Hautschutz scheitere oft nicht an den zur Verfügung stehenden Mitteln, sondern vor allem am Bewusstsein der Betroffenen.

Mitarbeiter zum Hautschutz motivieren
Ein Schlüssel zum Erfolg ist die sogenannte Selbstwirksamkeit: Das bedeutet, man weiß nicht nur, was man tun muss, sondern erhält auch einen genauen Plan für die Umsetzung der Maßnahme. Übertragen auf den Metallarbeiter heißt das etwa, dass ihm die passenden Pflegeprodukte zur Verfügung stehen, er weiß, welchen Zweck sie erfüllen, wie und nicht zuletzt wann und wo sie anzuwenden sind. Hilfreich kann es darüber hinaus sein, eine unangenehme Handlung – also das Eincremen der Hände – mit einer angenehmen oder neutralen mental zu verknüpfen. Die Handpflege fällt unter Umständen leichter, wenn sie als Bestandteil der Handreinigung aufgenommen wird.

Deb_Stoko_online


Hautkrebs als Berufskrankheit
Eine allgemeine Einführung in das Thema des beruflichen UV-Hautschutzes lieferte Prof. Christian Surber, dermatologische Universitätskliniken in Basel und Zürich. Schutzkleidung, Schatten und die Meidung direkter Sonneneinstrahlung seien die effektivsten Mittel, erst danach folgen die Sonnenschutzcremes. Bei ihnen komme es auf den richtigen Zeitpunkt der Applikation und auf die richtige Dosierung an. Die immer beliebter werdenden Schutzsprays seien auch aus diesem Grund nicht zu empfehlen: Der Großteil verliert sich noch vor dem Auftreffen der Strahlen auf der Haut. Bei unzureichendem Schutz sei das Risiko, an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken, gerade für Menschen mit Berufen im Freien immens.

Pressemeldung Deb-Stoko



Spektrum Dermatologie – wissenswert, kompakt, anregend


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Max-Planck-Gesellschaft
Umprogrammierbare Hautstammzellen: Neue Methode könnte Anzahl an Tierversuchen reduzieren

Wunden müssen verheilen, ausgefallene Haare ersetzt werden. Dafür braucht es die Haarfollikel-Stammzellen, die sich zu verschiedenen Hautzelltypen ausdifferenzieren können. Bisher erforschte man diese Regeneration an Modellorganismen, wie z.B. Mäusen. Jetzt haben es Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns aus Köln geschafft, Hautstammzellen von Mäusen in der Petrischale zu züchten. Die Abbildung zeigt eine lichtmikroskopische Aufnahme von Haarfollikel-Stammzellen in vitro. Der Aufbau der Stammzellkultur wird durch fluoreszente Antikörper gegen die Proteine Keratin-6 (in grün) und Aktin (rot) dargestellt. Zellkerne sind blau markiert.

Um Haarfollikel-Stammzellen in der Petrischale wachsen zu lassen, entnehmen die Wissenschaftler der Maus Hautzellen und transferieren diese in ein dreidimensionales Gel aus Proteinen, die natürlicherweise in der Haut vorkommen. Um das Wachstum der Stammzellen anzuregen, geben die Forscher verschiedene Stoffe hinzu, die Zellwachstum und Zellüberleben regulieren. Die Stammzellen können dann für lange Zeit in der Petrischale überleben.

«Wir können die Eigenschaften der Haut in der Petrischale nachbilden und zum Beispiel untersuchen, wie sich die Zellen verhalten, wenn wir sie UV-Strahlen aussetzen. Es müssen also nicht mehr lebende Mäuse bestrahlt werden. Die Methode kann sehr nützlich sein, um neue Therapien gegen das Altern oder Krebs zu entwickeln», erklärt ­Carlos Andrés Chacón-Martínez, Wissenschaftler am MPI für Biologie des Alterns in Köln. Jetzt wollen die Forscher das System an menschliche Zellen anpassen. Die moderne Medizin kann schon menschliche Haut in der Petrischale wachsen lassen und transplantieren, aber sie bildet keine Haare. «Wenn wir in der Lage wären, menschliche Haarfollikel-Stammzellen mit unserer Methode wachsen zu lassen, könnte das große Auswirkungen auf die regenerative Medizin haben», hofft Chacón-Martínez.


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www.mpg.de



European Hidradenitis Suppurativa Foundation
Dysbiosis als Ursache der Entzündung


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Vom 8.–10. Februar 2017 fand in Kopenhagen die 6. Konferenz der European Hidradenitis Suppurativa Foundation (EHSF) statt. Teilnehmer aus 28 Ländern präsentierten 75 wissenschaftliche Arbeiten aus einem breiten Themenspektrum. Das aktive Interesse der Konferenzteilnehmer vor Ort bewies einmal mehr die Aktualität des Themenkomplexes Hidradenitis suppurativa (HS).

Mehrere Arbeiten beschäftigten sich mit der Ätiologie von HS: so wurden beispielsweise Zwillingsstudien vorgestellt, die die Suche nach einem HS-Gen stützen; andere Forscher präsentierten Daten, die eine neue Nicastrin-Mutation belegen. Es wurden genetische und epigenetische Faktoren erwogen und neue Erkenntnisse zu den Entzündungswegen von HS diskutiert. Vor allem wurde die Rolle der Bakterien hinterfragt: Demnach ist HS keine «normale» Infektionskrankheit, sondern könnte auf Dysbiosis zurückzuführen sein.

IL-36 und IL-32 wurden als Biomarker von aktiven Läsionen vorgeschlagen. Neue Therapien mit Resorcin bis hin zu Adalimimab wurden diskutiert.

Weitere Komorbiditäten sowie Herausforderungen beim Erhalt der Lebensqualität waren Gegenstand mehrerer Länderberichte. Das Patientenforum unter der Leitung von Birte Willumsen (Dänemark) leistete hier einen überzeugenden Beitrag.

Gregor Jemec, Tagungspräsident EHSF-Konferenz 2017, Kopenhagen, Dänemark

www.ehsf.eu


Juckreiz bei Neurodermitis
Neuer Wirkstoff blockiert Interleukin 31

Hautärzte des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität in München haben federführend in einer internationalen Phase-II-Studie eine neue Substanz gegen Neurodermitis getestet und die Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht [1]. Nemolizumab hilft zuallererst gegen den drängenen Juckreiz, aber auch gegen die Entzündung der Haut. Der neue Wirkstoff blockiert die Wirkung von Interleukin 31, dem Verursacher des starken Juckreizes, an seinem Rezeptor.

An der Studie nahmen 264 Patienten am Klinikum der Universität München sowie in Krankenhäusern in Japan, Polen und den USA teil. Die Neurodermitis dieser Patienten war mit Salben, Cremes und anderen Mitteln nicht in den Griff zu bekommen, wobei Juckreiz und Schlaflosigkeit die größten Probleme darstellten. Ein Teil der Patienten bekam den neuen Wirkstoff monatlich einmal subkutan gespritzt; die übrigen Patienten erhielten ein Placebo. Nach Ende der dreimonatigen Studiendauer war das Ergebnis klar: «Im Vergleich zu den Placebo-Patienten spürten die mit dem Medikament behandelten Studienteilnehmer erheblich weniger Juckreiz», betont Prof. Andreas Wollenberg, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie München. Zudem schliefen sie länger und besser, weil sie nachts weniger von Juckreiz geplagt waren.

Literatur
Ruzicka T, et al.: N Engl J Med 2017;376:826–835.


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Hautkrebsindex
Überblick weltweit

Hautkrebs ist die weltweit häufigste Krebsart und der einzige Krebs, der in den letzten Jahren an Häufigkeit konstant zugenommen hat. Die Anzahl der Todesfälle hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt, dabei sind die Sterblichkeitsrate und Häufigkeit von Hautkrebs weltweit sehr ungleich verteilt. Um die geographischen und sozioökonomischen Faktoren für Hautkrebs vergleichbar zu machen, hat derma.plus, das Infoportal für Hautkrankheiten, einen globalen Hautkrebs-Index erstellt.

Die Studie berücksichtigt 62 Länder und ist zweigeteilt: Der Anfälligkeits-Index bildet die Anfälligkeit der jeweiligen Bevölkerung für Hautkrebs ab, in dem er die Zusammenhänge von UV-Strahlung und Hauttyp mit der Hautkrebs-Inzidenz aufführt. Der sozioökonomische Hautkrebs-Index vergleicht die Ausgaben im Gesundheitswesen sowie das Maß an Ungleichheit innerhalb des Landes mit der Sterblichkeitsrate, um die Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Behandlung und Prävention von Hautkrebs aufzuzeigen.


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Sonnenschutz
UV-Filter von der Natur inspiriert

Der ideale Sonnenschutz sollte UVB- und UVA-Strahlung abhalten und gleichzeitig sicher und stabil sein. Spanische Wissenschaftler stellen in der Zeitschrift Angewandte Chemie eine neue Familie von UVA- und UVB-Filtern vor, die von natürlichen Substanzen aus Algen und Blaualgen inspiriert wurde [1].

Im Reich der Mikroben und bei marinen Algen sind die sogenannten Mycosporin-ähnlichen Aminosäuren (MAAs) als UV-Schutz weit verbreitet. Es sind kleine, von Aminosäuren abgeleitete Moleküle, die hitzestabil sind und Licht im ultravioletten Spektralbereich absorbieren. Dadurch schützen sie die mikrobielle DNA vor Strahlungsschäden. Losantos und Kollegen von der Universität La Rioja in Logroño (Spanien) nutzten die natürliche Molekülklasse als Vorlage, um eine neue Form von Sonnenschutzmitteln zu entwickeln.

Mithilfe theoretischer Berechnungen fanden sie heraus, welcher Molekülsatz den UV-Schutz bewirkt. Die synthetisierten Verbindungen haben im relevanten UV-Bereich sehr hohe Absorptionskoeffizienten. Außerdem sind sie photostabil, sogar deutlich stabiler als einige bereits kommerziell genutzte Sonnenschutz-Formulierungen. Die Moleküle sind chemisch unreaktiv und leiten die Strahlung als Wärme ab. Bei einem Test in realen Formulierungen haben sie den Sonnenschutzfaktor um mehr als das Zweifache angehoben. Somit könnten sie eine sehr gute Ergänzung und Erweiterung zu üblichen organischen Sonnenschutzmitteln darstellen.


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Literatur
Losantos et al.: Angewandte Chemie International Edition 2017;DOI:10.1002/anie.201611627.

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Krefelder Hautschutztag
Tagung zum beruflichen Hautschutz

Der Krefelder Hautschutztag hat eine lange Tradition: Seit 25 Jahren widmet er sich dem Thema des beruflichen Hautschutzes. Nun wird er zum Internationalen Hautschutztag. Weiterhin soll er den Austausch zwischen Experten aus dem Bereich der Wissenschaft, Dermatologie und Arbeitssicherheit fördern und die Prävention von berufsbedingten Hauterkrankungen verbessern. Auch die Diskussion mit den Teilnehmern bleibt ein wichtiger Bestandteil des Kongresses. Er findet am 10. und 11. Mai 2017 im Zeughaus Neuss statt und wird sich erneut vielen Themen des beruflichen Hautschutzes sowie neuesten Erkenntnissen der Forschung widmen.


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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Früher Haarausfall unter der «genetischen Lupe»


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Nun ist es bestätigt: Männer mit frühzeitigem Haarausfall tragen ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs. Neue genetische Daten erhärten den Verdacht, dass es darüber hinaus Verbindungen zu anderen Merkmalen und Krankheiten gibt. In ihrer Studie [1] analysierten Forscher der Universität Bonn die genetischen Daten von rund 11000 Männern mit frühzeitiger Kahlköpfigkeit. Als Kontrolle dienten ihnen knapp 12000 Männer ohne Haarausfall. Die Teilnehmer stammten aus sieben verschiedenen Ländern.

«Wir konnten so 63 Änderungen im menschlichen Genom identifizieren, die das Risiko für frühzeitigen Haarausfall erhöhen», erklärt Dr. Stefanie Heilmann-Heimbach, Humangenetikerin und leitende Autorin der Studie. «Einige dieser Änderungen wurden auch im Zusammenhang mit anderen Merkmalen und Erkrankungen gefunden, z.B. einer verminderten Körpergröße, einem früheren Eintritt in die Pubertät und verschiedenen Krebserkrankungen.» Weiterhin fanden die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Alopezie mit heller Hautfarbe und erhöhter Knochendichte. Das könnte darauf hindeuten, dass Männer mit Haarausfall Sonnenlicht besser zur Vitamin-D-Synthese nutzen können. Es könnte auch erklären, warum vor allem weiße Männer frühzeitig ihre Haare verlieren. Zudem bietet die Identifizierung der beteiligten Gene neue Einblicke in die biologischen Ursachen des Haarausfalls. Offensichtlich sind neben den Zellen des Haarfollikels auch in der Kopfhaut befindliche Immun- und Fettzellen am Haarausfall beteiligt.

Literatur
Heilmann-Heimbach S, et al.: Nat Commun 2017;8:14694.


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www.uni-bonn.de



Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Ärztliche Beratung bei inadäquater Gesundheitskompetenz

Mehr als jeder Zweite in Deutschland hat eine problematische Gesundheitskompetenz [1]. Dies trifft insbesondere auf Menschen mit Migrationshintergrund, geringerer Bildung, höherem Lebensalter und chronischen Erkrankungen zu. Hinweise für die ärztliche Beratung dieser Patienten gibt nun eine Material- und Methodensammlung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV): mit Tipps zur Einschätzung der Gesundheitskompetenz sowie Hilfestellungen zur erfolgreichen Arzt-Patienten-Kommunikation.

Die Broschüre «Gesundheitskompetenz. Verständlich informieren und beraten» ist kostenfrei auf der Homepage des BMJV abrufbar.

Literatur
Schaeffer et al.: Universität ­Bielefeld 2017;DOI: 10.2390/0070-pub-29088450.


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www.bmjv.de



Spektrum Dermatologie – wissenswert, kompakt, anregend


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Terra Mater Factual Studios
Wir sind Planeten – eine filmische Exploration in 3D

90% der Zellen, aus denen der Mensch besteht, sind nicht menschlichen Ursprungs. Wir sind Lebewesen und Lebensraum zugleich, ein wandelndes Ökosystem. Diese Vorstellung setzt sich in der wissenschaftlichen Forschung erst langsam durch. 2008 startete die US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) die fünfjährige Forschungsinitiative «Human Microbiome Project», die erstmals die Erforschung des Menschen als Lebewesen und Lebensraum ins Zentrum einer großangelegten interdisziplinären Studie stellt. Die ersten spektakulären Zwischenergebnisse flossen in die 3D-Dokumentation «You, Planet – An Exploration in 3D» ein.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen in Kombination mit 3D-Computergrafiken zeigen die dramatische Interaktion in unserem Körpergewebe, wenn Mikroben, Parasiten, Zellen und Viren kämpfen und kooperieren. «Im Vordergrund stand das Ziel, sämtliche abgebildeten Details – bis in die Größen­ordnung von Nanometern – dem Beschauer korrekt und authentisch zu vermitteln», erklärt Co­Regisseur Prof. Alfred Vendl aus Wien. «Dazu haben wir erstmals hochauflösende Raster­elektronenmikroskopie mit Mikrocomputer­tomografie und Konfokalmikroskopie mit stereoskopischer 3D-Animation kombiniert.»

Diese Kombination von bildgebenden Methoden erlaubt ein Detailreichtum, der bisher undenkbar gewesen wäre. So wird bereits ein Wassertropfen, der zwischen den Körperhaaren hindurch auf die Haut trifft, zu einem packenden Motiv. «You, Planet – An Exploration in 3D» zeigt eine faszinierende Welt, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Und die uns doch so nahe ist.

www.terramater.at



Universität des Saarlandes
Interaktive Haut als Schnittstelle zum Computer


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Smartwatches und Fitness-Tracker zeigen, dass immer mehr Menschen Informationstechnologie am Körper nutzen. Professor Jürgen Steimle und weitere Informatiker der Universität des Saarlandes wollen daher eine neue Generation mobiler Endgeräte entwickeln, die wie eine zweite Haut getragen werden können («interactive skin»). Zusätzlich können Anwender sie nach Belieben gestalten und anpassen. So können die interaktiven Hautstücke in Zukunft nicht nur mobile Endgeräte steuern, sondern auch Patienten bei der Genesung unterstützen.

Wie das aussehen kann, haben sie bereits durch ihr Forschungsprojekt «iSkin» gezeigt. Dort haben sie aus flexiblem Silikon und leitfähigen Elektrosensoren berührungsempfindliche Sticker für die Haut entwickelt, die Tattoos ähneln. Diese dienen als Eingabefläche, mit der Nutzer mobile Computer steuern können. Drückt der Anwender auf den Sticker, kann er so beispielsweise einen Anruf annehmen oder die Lautstärke eines Musikspielers regulieren. «Bei iSkin haben wir zunächst nur Arten der Eingabe erforscht, jetzt untersuchen wir mit Hilfe noch dünnerer Materialien, wie man auf der Haut Informationen anzeigen und fühlen kann.»

Der Europäische Forschungsrat hat Jürgen Steimle nun mit dem renommierten ERC Starting Grant ausgezeichnet und fördert seine Forschung über die nächsten fünf Jahre mit rund 1,5 Millionen EUR.

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Humboldt-Universität Berlin
Warum sind wir kitzlig?

Von allen Tastempfindungen ist «Kitzligkeit» die am wenigsten verstandene. Warum bringt uns Kitzeln zum Lachen? Warum sind nur bestimmte Körperteile kitzlig? Warum können wir uns nicht selbst kitzeln? Diese Fragen sind alt und haben schon Aristoteles und Charles Darwin beschäftigt. Nun sieht es so aus, «als hätten wir die kitzlige Stelle im Gehirn gefunden», so Michael Brecht, Professor für Systembiologie und Neural Computation an der HU, der gemeinsam mit seinem Team in einer Untersuchung mit Ratten herausfand, was im Gehirn passiert, wenn sie gekitzelt werden und welche Hirnregionen für Kitzligkeit zuständig sind.

Die Forscher konnten zeigen, dass Ratten äußerst positiv auf das menschliche Kitzeln reagieren. Um diese besondere Art der Berührung besser zu verstehen, konzentrierten sich die Wissenschaftler in ihren Untersuchungen auf den somatosensorischen Kortex, in dem Tastempfindungen verarbeitet werden. Diese Hirnregion ist wie eine Abbildung des Körpers angeordnet mit entsprechenden Bereichen für jedes Körperteil. In der Rumpfregion beobachteten die Forscher Nervenzellen, die stärker auf Kitzeln als auf eine normale Berührung antworteten. Die «kitzligen» Zellen waren auch während der anderen beobachteten Spielverhalten aktiv. «Vielleicht dient Kitzeln dazu, Individuen zum gemeinsamen Spielen zu bringen und gewinnt dadurch für das soziale Miteinander an Bedeutung. In diesem Zusammenhang war es entscheidend, den zugrundeliegenden Mechanismus im Gehirn zu verstehen. Zusammengenommen deuten die Befunde darauf hin, dass Nervenzellen in der Hirnrinde bei der Entstehung der Kitzligkeit eine entscheidende Rolle spielen.

Literatur
Ishiyama S, Brecht M: Neural correlates of ticklishness in the rat somatosensory cortex. Science 2016;354:757–760.


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MeinAllergiePortal
Digital Health Heroes-Awards 2016

Zahlreiche Unternehmen und Anbieter von Dienstleistungen kommunizieren im Internet zu Allergien und Unverträglichkeiten. Nicht alle digitalen Angebote sind jedoch nutzerfreundlich, hilfreich und medizinisch zuverlässig, was gerade von ärztlicher Seite häufig bemängelt wird. Der MeinAllergiePortal Digital Health Heroes­Award prämiert deshalb digitale Kommunikation, deren Inhalte und Darstellungsformen in vorbildlicher Weise die Probleme bei Allergien und Unverträglichkeiten vorstellen und Lösungsansätze medizinisch korrekt präsentieren. Informationen zu den Preisträgern 2016 sind auf der Homepage abrufbar.


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Universität Leipzig
Juckreiz bei EBS: Linderung in Sicht

Die Hautkrankheit Epidermolysis bullosa simplex (EBS) wird durch Mutationen in Keratin-Genen verursacht und betrifft in Deutschland etwa 2000 bis 3000 Familien. Als Folge dieser Mutationen bildet die Haut schon bei geringster mechanischer Belastung schmerzhafte Blasen. «Wenn dann noch ein chronischer Juckreiz auftritt, wird die Haut noch stärker geschädigt», erläutert der Zellbiologe Professor Dr. Thomas Magin von der Universität Leipzig. In Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken in Freiburg i.Br. und Marburg konnte er eine mögliche Ursache für den chronischen Juckreiz bei EBS identifizieren. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Botenstoff Thymic Stromal Lymphopoietin (TSLP), der auch bei Neurodermitis als ein Auslöser des Juckreizes bekannt ist, eine wichtige Rolle spielt. «TSLP vermittelt eine Zwiesprache zwischen den Keratinozyten, Immunzellen und benachbarten freien Nervenenden in der Haut, was letztlich zu einem Juckreiz-auslösenden Signal im Gehirn führt», erklärt der Zellbiologe.

Bei Menschen mit empfindlicher Haut, wie EBS-Patienten, können krankmachende Keime von außen in die Haut gelangen und dort Signale auslösen, welche die Produktion von TSLP stark anregen und somit den Juckreiz auslösen. «Wir konnten an Hautzellen von Mäusen zeigen, dass Defekte im Keratin-Zellskelett ebenfalls zu einer starken Produktion von TSLP in Hautzellen führen», erläutert Magin. Vieles deute darauf hin, dass Defekte in Keratin-Genen den Verlauf weiterer Erkrankungen über eine Zwiesprache mit dem Immunsystem beeinflussen. Zum ersten Mal bestehe nun die Chance auf eine Linderung des Juckreizes bei EBS-Patienten, weil man möglicherweise auf eine Gruppe bereits vorhandener Medikamente zugreifen kann.

Literatur
Kumar V, Behr M, Kiritsi D, et al.: Keratin-dependent thymic stromal lymphopoietin expression suggests a link between skin blistering and atopic disease. J Allergy Clin Immunol 2016;138:1461–1464.


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www.zv.uni-leipzig.de



Zentrum für Qualität in der Pflege
Ratgeber für Hautpflege in hohem Alter

Menschen, die zuhause von einem Pflegedienst unterstützt werden, benötigen oft Hilfe bei der Hautpflege. Eine Untersuchung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) und der Charité-Universitätsmedizin Berlin zeigt, dass sich viele professionelle Pflegekräfte schwer tun, Empfehlungen zur richtigen Hautpflege umzusetzen. Dabei stellen vor allem Reinigungs- und Pflegemittel ein zentrales Problem dar – auch weil die Produktvielfalt von Seifen, Waschgels, Lotionen und Cremes kaum überschaubar ist. Um pflegende Profis und Angehörige zu unterstützen, bietet das ZQP einen Ratgeber mit fachlich korrekten und leicht verständlichen Tipps, welche Reinigungs- und Pflegeprodukte sich für die sensible Altershaut eignen. Zudem informiert der Ratgeber über häufige Probleme wie Hauttrockenheit, Wundheit, Entzündungen durch Inkontinenz sowie Druckgeschwüre und veranschaulicht, wie die Hautgesundheit bei Pflegebedürftigen verbessert und Komplikationen möglichst vermieden werden können.

Der Ratgeber ist kostenlos als Download verfügbar und kann auf der Homepage auch als Broschüre bezogen werden.


ZGP_online

www.zqp.de



Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
Online-Fortbildung zur Prävention von Berufsdermatosen

Die Online-Fortbildung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sensibilisiert Mediziner für die ersten Anzeichen berufsbedingter Hauterkrankungen. In 9 Schulungsmodulen werden Hautarztmaßnahmen gezeigt, um Betroffene schnell und effektiv zu behandeln. Zudem findet der Anwender Informationen zu rechtlichen Aspekten und fachlichen Erkenntnissen. Die Module sind von der Landesärztekammer Hamburg als ärztliche Fortbildungsangebote mit bis zu 18 CME-Punkten zertifiziert.


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www.bgw-online.de



Dermatologie im Internet der DDG
Übersicht medizinischer Register

Medizinische Register dienen der systematischen, patientenübergreifenden Auswertung von Krankheitsverläufen. Eine Sammlung dermatologischer Register findet sich im Internet unter www.derma.de. Hier sind neben der Indikation und den Kontaktdaten des Netzwerks auch der erforderliche Zeitaufwand zur Dokumentation sowie die Vergütung verzeichnet. Die Registersammlung wird fachlich redaktionell vom Arbeitskreis der Dermatologie im Internet der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft betreut.


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